Peter D. Zettel
Wirklichkeit

Alltägliches

Man tut gut daran, absolute und relative Wirklichkeit als die in sich differenzierte Wirklichkeit zu verstehen, keinesfalls als zwei gegeneinander stehende oder sich gar ausschließende Pole.

In meinem CD-Schrank finden Sie viel Musik der 68er, Pink-Floyd, Doors, Santana und so weiter, und jede Menge Bach. Die einen stehen für mich für die relative, Bach steht für die absolute Wahrheit. In meinem Kopf sind sie aber nicht nebeneinander, sondern eben zwei differenzierte Aspekte ein und des selben, nämlich von mir.

Es sind für mich Mittel, mich selbst zu erfahren und zu reflektieren. Eine ganze Zeit lang stand für mich - neben Bach - jiddische Musik, Klezmer, im Fokus meines Interesses. Einfach deswegen, weil ich da etwas aufzuräumen hatte.

Oder das Motorradfahren. Ein perfektes Beispiel für die Gleichzeitigkeit der zwei Wirklichkeiten. Wie kann ich unbewusst bewusst handeln? Alle Motorradfahrer tun das, ausnahmslos jeder. Und wenn man das erste Mal fährt, dann merkt man sehr schnell, dass man das üben kann (und muss).

Darum gehe ich auch nicht Motorradfahren, sondern meditieren.

Das ist bei allem so. Sehr viele denken nur in einer Wirklichkeitskategorie und merken daher nicht, dass sie tatsächlich in beiden Wirklichkeiten leben. Und das ist mehr als schade, denn sie verbauen sich so den Zugang zu sich selbst.

Aber, wie gesagt, das zu wissen genügt nicht. Man muss es auch leben.