Wirklichkeit

Einander begegnen

Das ist die eigentliche Herausforderung, der wir uns stellen müssen.

Bevor wir überhaupt miteinander reden können, wirklich miteinander reden und nicht nur Ansichten austauschen, vorher müssen wir uns erst einmal fragen, wie wir einander begegnen müssten und wie wir einander überhaupt zu begegnen bereit sind.

Das ist das Delta, das wir bereit sein müssen zu erkennen. Notwendigkeit und gelebte Wirklichkeit - und eben nicht Anspruch und Wirklichkeit. Üblicherweise suchen wir dem anderen unsere Meinungen und Ansichten darzulegen, wir wollen von etwas überzeugen. Doch es ist leicht zu merken, dass wir letztlich immer nur von uns selbst überzeugen wollen.

Wir sind auf der permanenten Suche nach Anerkennung und Bestätigung. Das zu erkennen genügt, das ‚Warum‘ brauchen wir nicht zu ergründen. Wir brauchen uns einfach nur umzudrehen, weg von der Ich-Betrachtung hin zur Du-Betrachtung.

Dies finden wir in der Geschichte von Parzival wunderbar dargestellt. Parzival weiß sich weder in der pragmatischen Welt von Artus noch in der geistigen Gralswelt zuhause - bis er Amfortas die richtige Frage stellt:

Woran leidest du?

Das ist die Haltung, mit der wir unserer Mitwelt begegnen müssen.