Wirklichkeit

Ordnung

Es gibt in meinem Leben zwei Ordnungen. Die eine entspricht dem, was mich gerade aktuell beschäftigt, es ist die Tagesordnung, die im Vordergrund steht, weil sie mir hilft, für mich wichtig Themen zu organisieren. Wir Menschen sind ja selbstorganisierend, und ich organisierte mich eben nach und mit dieser Ordnung.

Erst waren es selbstbezogene Interessen, die sich um die Frage drehten, wie ich mein Leben meistern konnte, privat oder beruflich; dann drängten sich immer mehr familiäre ‚Themen‘ in den Vordergrund, einfach, weil sie aufgearbeitet werden wollten - warum auch immer.

Und das ging immer mit einer spezifischen Ordnung einher, die mir eben half, das ‚in Ordnung zu bringen‘, was anstand. Klezmer etwa steht für eine solche Ordnung. Oder die Bücher, die ich las. Und worüber ich sprechen wollte, weil es mich beschäftigte, mich umtrieb.

Vielleicht ist es eine Frage des Alters, aber mittlerweile steht die ‚andere‘ Ordnung sichtbarer im Zentrum. Es ist die grundlegende Ordnung des Kosmos, der ja auch ich unterliege. David Bohm nannte es ‚implizite Ordnung‘, die Ordnung, die in jedem Menschen (wie in allem) ist, aber meist verschüttet, selten wahrgenommen.

Diese implizite Ordnung steht für die absolute, die andere für die relative Wirklichkeit, das, was ich gerade in meinem Leben tue und was mich beschäftigt. Und irgendwann war da das Bedürfnis, beide Ordnungen in Übereinstimmung zu bringen. Die ‚Philosophia perennis‘ war und ist für mich so etwas wie das Bindeglied, eine Art Transformator.

Doch das gelingt nur, wenn ich diese Ordnung auch erkennbar lebe. Einfachheit, Würde, Versenkung. Mein Kommitment. Das sind die Dinge, die heute für mich anstehen.